Warum wir dringend mit dem Mama-Bashing aufhören sollten!

Ging es dir genauso, dass du dir als „noch-nicht-Mama“ gar keine Gedanken darüber gemacht hast, wie es unter Müttern so läuft? Hach, das waren noch Zeiten …! Inzwischen ist es ein Spießrutenlauf, weil fast jede Mama zu so ziemlich jedem Thema eine Meinung hat. Und wenn sie dir das nicht grad direkt in's Gesicht sagt, dann wenigstens mit einem netten Kommentar à la „naja, so ein ganzer Tag in der Kita ist ja schon ganz schön anstrengend für dein Kind“ oder einem alles sagenden Blick in deine Richtung, wenn dein Knopf grad eine schauspielreife Drama-Vorstellung im Supermarkt von sich gibt.

Ich habe während meiner ersten Schwangerschaft alle Untersuchungen beim Frauenarzt machen lassen, da hätte ich auch mal eine Hebamme schauen lassen können. Bei der zweiten Schwangerschaft gab es dann abwechselnde Untersuchungen und ein paar mehr Ultraschalluntersuchungen wären schon besser gewesen. Oder lieber gar keine, weil die schädlich für das Ungeborene sein können.
Ich habe meine Kleine mit Ach und Krach 3 Monate stillen können und dann gab's das (gefühlt giftige) Fläschchen. Ich bin egoistisch, weil ich auch mal ohne meine Kinder verreise. Außerdem eine Rabenmutter, weil beide schon mit einem Jahr in die Kita gegangen sind und ich arbeiten wollte. Wir überfordern sie dadurch, dass sie mit mehreren Sprachen aufwachsen. Eigentlich hätten sie schon mit 18 Monaten trocken sein sollen und ein Schnuller geht ja gar nicht mit 3 Jahren. Dann lieber den Daumen … wobei der noch schwerer zu entwöhnen ist. Ich bin zu streng, ich bin nicht konsequent genug und eigentlich interessiere ich mich gar nicht für meine Kinder, weil sie am Wochenende auch mal etwas mehr Fernsehen schauen dürfen.

Kennst du das oder Varianten davon? Ich bin ziemlich sicher, ja! Eine repräsentative Forsa-Umfrage im Auftrag von Löwenzahn Organics unter 1010 Müttern hat ergeben, dass mehr als 3 von 4 Müttern schon mal wegen ihres Umgangs mit dem eigenen Kind kritisiert wurden. In einer der facebook-Gruppen, in denen ich bin, gab es vor Kurzem einen Beitrag einer völlig verzweifelten Mutter. Die wollte einfach nur eine Empfehlung für ein Café in Berlin haben, in dem sie ihr Baby (auch noch abgedeckt mit einem Tuch!) stillen kann. Sie wurde nämlich schon mehrmals gebeten, zu gehen. Hallo??? Muttersein findet nicht nur Zuhause statt und dass sich eine Gesellschaft daran stört, dass man ein Baby mit lebenswichtigen Nährstoffen versorgt, wohingegen der weibliche Busen als Sexsymbol an allen Ecken und Enden zu finden ist, macht mich richtig wütend, ehrlich!

Ergebnisse aus der Umfrage von Löwenzahn Organics zum Thema Mom Bashing

Schluss mit dem Mama-Bashing, Schluss mit Lästereien und Vergleichen. Keiner bekommt eine Bedienungsanleitung für ein Kind in die Hand gedrückt und jeder versucht das Beste zu tun, was er kann. Zudem wissen wir nie, was dahinter steckt. Meine Kleine hat mich damals beim Stillen nämlich oft blutig gebissen und ich saß nachts unter Tränen im Stillsessel. Die Seite der Medaille kannte keine der Mütter, die die Augenbraue hochgezogen haben, weil mein Babymädchen „schon“ das Fläschchen bekam. Und dass ich das aber doch so einigermaßen lange ausgehalten habe, weil ich nur das Beste für mein Kind wollte, hat die Anderen widerum auch nicht interessiert, die mir schon am fünften Tag sagten, ich solle das mit dem Stillen einfach lassen.

Jede Mutter hat ihre eigene Geschichte und es tut so gut, sich auch mal austauschen zu können. Ohne Verurteilungen. Einfach zusammenhalten! Das wünsche ich mir zum Muttertag dieses Jahr  … und offenbar auch 86% aller Mütter, die befragt wurden 🙂 Insofern raus mit den Feuchttüchern, wenn du grad eine Mutter siehst, die verzweifelt in ihrer Handtasche nach einem Taschentuch sucht, um die halbe Schokoeis-Kugel aus dem T-Shirt ihres Sohns rauszuholen. Oder statt eines genervten Blicks der Mama im Supermarkt, deren Tochter grad einen Tobsuchtsanfall hat, weil sie das Ü-Ei nicht haben darf, einfach mal ein verständnisvolles Lächeln schenken. Letztlich sitzen wir alle im selben Boot, oder?

Was sind deine Erfahrungen im Umgang mit anderen Mamas? Ich freue mich auf deinen Kommentar!

Geteilte Freude ist doppelte Freude:

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