Tipps & Tricks, wie dir deine Kids mehr im Haushalt helfen und warum das gut für alle ist

Was würdest du sagen, wenn es eine ganz einfache Sache gäbe, die deinen Kids so wichtige Werte wie Unabhängigkeit, Verantwortung und das Gefühl, gebraucht zu werden, vermittelt? Dadurch dann auch das Gefühl, wichtig zu sein. Und dir würde es richtig. doll. helfen! Interessiert? Da kommt sie: lass die Kinder beim Putzen und Aufräumen helfen!

Ich finde ähnlich wie Jesper Juul, dass wir ihnen keinen Gefallen tun, wenn wir alles für sie tun. Wie sollen meine Töchter später in ihrer eigenen Wohnung zurecht kommen, wenn sie keine Ahnung haben, wie man Wäsche so sortiert, dass nicht alles, was mal weiß war, auf einmal rosa ist?? In der Schule lernen sie sowas jedenfalls nicht. Und wie sollen sie wissen, dass Kochen Spaß machen kann und einfach ist, wenn sie es nicht bei mir sehen und es von mir lernen? Zumindest begeistert mich der Gedanke nicht, dass meine Mädels in ihrer eigenen Wohnung nicht in der Lage sind, sie sauber und ordentlich zu halten und nur Lieferdienste bemühen oder “Fertigfutter” im Schrank haben.

Das Gleiche gilt übrigens auch für die Jungs … zum Einen sollen sie sich später nicht nur auf ihre Frauen verlassen müssen. Und zum Anderen können wir auf diese Weise beeinflussen, dass es dann mal wirklich normal für ALLE in der Familie wird, mit anzupacken. Weil sie es von klein auf so gewohnt waren!

Und genau da war bis vor Kurzem auch mein Problem: ich habe unseren Haushalt komplett alleine geschmissen. Also alles, was irgendwie anfällt, begonnen beim Putzen über’s Kochen bis hin zum Wäsche waschen und bügeln. Denkst du grad “na und, das mache ich auch und so ziemlich jede andere Mama, die ich kenne”? Oder eher “ohje, das konnte ja nicht gut gehen!”?

Jeder hat dazu so seine ganz eigene Meinung, aber mir ging es auf jeden Fall nicht gut damit. Ich habe mich gefühlt, als ob alles an mir hängen bleibt – grad am Wochenende. Und nein, das ist nicht normal! Mein Mann arbeitet unter der Woche, ich auch, die Kids gehen in die Kita bzw. zur Schule. Aber meine drei Schätzelein haben am Wochenende mehr oder weniger frei und einfach Wochenende. Ich bin die einzige, die hier dann weiter rödelt, aufräumt, sauber macht und kocht. Und das konnte für mich so nicht weitergehen. Komisch … ich hab’s jahrelang gemacht, aber irgendwann war dann der sprichwörtliche Tropfen da, der das Fass zum Überlaufen gebracht hat.

Ganz ehrlich – ich war sogar teilweise böse auf meinen Mann, der davon gar nichts wusste, weil ich nichts gesagt habe. Damit war dann vor wenigen Wochen Schluss.

An einem ruhigen Abend als die Mädels im Bett waren, habe ich ihm gesagt, dass ich gerne mal eine Art “Familienmeeting” machen möchte, um die Regeln und Aufgaben bei uns Zuhause besser zu verteilen. Begründet habe ich es genau mit meinen Gefühlen, dass auch ich ein Wochenende haben möchte, wie es der Rest der Familie auch hat. Also kein mit dem Finger auf ihn zeigen à la “du hilfst mir zu wenig”, sondern ein konstruktives, liebevolles Gespräch!

Und obwohl wir dieses Familienmeeting noch nicht mal hatten, hat sich Zuhause schon viel geändert. Mein Mann stellt jetzt auch die Waschmaschine an, räumt den Tisch ab und fragt oft, wo er helfen kann. Auch die Kinder helfen mehr, weil ich sie schlicht und ergreifend öfter mal drum gebeten hatte.

Einfach mal den Mund aufzumachen hat so viel mehr Entspannung in die Wochenenden gebracht!

Mein Fazit: nein, es ist nicht mehr normal, dass wir Frauen den Haushalt alleine stemmen. Wir haben es bei unseren Müttern und Großmüttern gesehen und trotz aller modernen Entwicklungen ist das noch in unserer DNA gespeichert.

Das können wir aber beenden, indem wir einfach mal (liebevoll, nicht vorwurfsvoll!) mit unserer Familie reden und besprechen, wie die alltäglichen Aufgaben besser geteilt werden können.

Und mal ganz davon abgesehen davon, dass ich mehr Hilfe brauche, Putzhilfe oder nicht (die suche ich immer noch!), gibt es dennoch echt viele Sachen, bei denen meine Mädels im Haushalt helfen können. Und das Gute ist, dass sie es in dem jungen Alter ja noch gerne machen. Also habe ich eine Chance, dass sich das ein paar Jahre “einbrennt”, bevor die Teenagerjahre auf uns zukommen 😉

Meine Mädels sind jedenfalls jetzt immer ganz stolz, dass sie mir helfen konnten. Natürlich dauert es länger, als wenn ich es selber machen, aber letztlich gewinnen wir so Zeit als Familie dazu.

Hier mal ein paar Ideen für dich, was du deinen Kindern auftragen kannst:

2-3 Jahre

  • Spielzeug aufheben und aufräumen
  • Klamotten wegräumen
  • beim Bett machen helfen
  • Plastikartikel aus der Spülmaschine räumen
  • Staubwischen
  • beim Tisch decken helfen (Servietten, Löffel etc.)
  • Fegen

Tipp an der Stelle: Boxen machen alles so viel einfacher. Für dich UND deinen kleinen Knopf, der Spielzeuge aufräumen darf. Puzzlebox, Bausteinebox, Puppenbox etc. Mehr Ideen und Tricks zum Thema Ordnung halten findest du in meinem Blogpost zum Thema Ordnung.

4-5 Jahre

alles, was 2-3 Jährige auch machen plus:

  • Spülmaschine aus- und einräumen
  • Tisch decken
  • Waschbecken im Badezimmer saubermachen
  • Staubwischen in Regalen
  • Handtücher zusammenlegen
  • Tiere füttern
  • Abtrocknen
  • Saubermachen inkl. Staubsaugen im Kinderzimmer
  • Unkraut zupfen

6-8 Jahre

alles, was 4-5 Jährige auch machen plus:

  • Badezimmer saubermachen (Waschbecken und Schränke/Regale auswischen, Seifen nachfüllen)
  • Teppiche staubsaugen
  • Müll einsammeln
  • Toilettenpapier auswechseln
  • Blätter zusammenharken
  • Arbeitsfläche in der Küche abwischen

9-11 Jahre

alles, was 6-8 Jährige auch machen plus:

  • Essen mit Hilfe zubereiten
  • Müll rausbringen
  • Toiletten saubermachen
  • Dusche und Badewanne saubermachen
  • Wäsche waschen

12-14 Jahre

alles, was 9-11 Jährige auch machen plus:

  • bei der Planung und Vorbereitung von Mahlzeiten helfen
  • Kühlschrank saubermachen
  • Mikrowelle saubermachen
  • Bettwäsche wechseln
  • Babysitten von kleineren Geschwistern
  • Boden wischen

Das magische Aufgaben-Glas

Um die Nörgelei zu vermeiden, gibt es eine coole Idee, die ich aus den USA kenne. Nämlich ein sogenanntes Aufgaben-Glas. Das heißt, du schreibst diese Aufgaben auf einen Zettel und tust sie in ein Glas. Jeden Tag darf dein Kind nun einen Zettel ziehen und diese kleine Aufgabe erledigen. Wenn am Ende der Woche jeden Tag alle Aufgaben erledigt wurden, gibt’s eine kleine Belohnung. Es muss nichts Teures sein, vielleicht einfach 15 Minuten extra Fernsehzeit. Oder alle zwei Wochen ein spezielles “Date” mit Mama für das eine und eins mit Papa für das andere Kind. Deiner Fantasie sind da keine Grenzen gesetzt.

Als treue wellmum-Club-Lady bekommst du in meiner wöchentlichen E-Mail zusätzlich noch zauberhafte gestaltete Karten für dieses Aufgaben-Glas! Insofern lohnt es sich auf jeden Fall, meine wöchentlichen Tipps zu abonnieren. Zudem ist es kostenfrei. Melde dich doch am besten gleich an und freue dich auf die kleinen Goodies mit der nächsten Mail. Hier geht’s lang:

wellmum-Club_Einladung

Falls du dich jetzt fragst, wo sowas wie Bett machen geblieben ist … das zählt zu den ganz normalen Aufgaben für jeden Tag, die nicht extra “vergeben” werden. Das können deine Kids je nach Alter jeden Tag ganz selbstverständlich tun und müssen nicht noch dafür belohnt werden.

Tägliche, „normale“ Aufgaben:

  • Bett machen
  • wegräumen der Teller etc. nach dem Essen
  • dreckige Wäsche in die passende Box bringen
  • saubere Wäsche wegräumen
  • Spülmaschine als Team ausräumen
  • anziehen und Zähne putzen ohne darum gebeten zu werden
  • Schuhe in’s passende Regal und Jacke aufhängen

Auf dass wir Mütter jetzt auch mal mehr Entspannung am Wochenende haben, halleluja 🙂

Geteilte Freude ist doppelte Freude:

Schreibe einen Kommentar